Ratgeber: Fußleisten richtig montieren

Die kleinen Details machen den Unterschied: Der Montage der Fußleisten kommt bei der Renovierung keine große Aufmerksamkeit zuteil. Ein sauberes Arbeiten schlägt sich jedoch im Gesamtbild des Raums nieder. Für ein sauberes Endergebnis gilt es einige Grundprinzipien beim Verlegen der Sockelleisten zu beachten.

Wer typische Fehler vermeiden möchte, stellt sich zunächst die Frage nach dem richtigen Material der Leisten sowie der richtigen Installationsmethode.

Fußleisten montieren: Die richtige Vorbereitung

Bevor Sie die Fußleisten montieren können, sollten verschiedene Arbeiten vollständig abgeschlossen sein. Die Verlegung der Sockelleisten gehört zu den Abschlussarbeiten, vorerst liegt das Hauptaugenmerk auf der Verlegung des Fußbodens oder der fertigen Tapezierung der Wand. Damit die Fußleisten bündig mit den Türen abschließen, ist die vorherige Montage inklusive der Zargen von Vorteil.

Sind sämtliche Vorarbeiten abgeschlossen, können Sie die Fußleisten montieren. Zur Bestimmung der benötigten Meter an Fußleisten sind die Maße des Raums erforderlich. Ein konventionell geschnittener Raum produziert rund fünf Prozent Verschnitt. Dieser Prozentsatz erhöht sich bei stark verwinkelten Räumlichkeiten.

Für einen Raum mit den Seitenlängen 4 x 5 Meter ergibt sich folgende Rechnung:

4 x 2 + 5 x 2 = 18 Meter.
Hinzu kommen 5 Prozent für den Verschnitt. Zur vollständig Verlegung sind etwa 18,9 Meter erforderlich. Durchgänge oder Türen sind nachträglich abzumessen und vom Ergebnis abzuziehen.

Tipp: Sockelleisten sind nach dem Erwerb nicht zur sofortigen Montage geeignet. Je nach Material dehnt sich das Produkt im Zuge der Akklimatisierung um wenige Millimeter aus. Im schlimmsten Falle lösen sich bereits montierte Fußleisten von selbst. Insofern das Material schrumpft, entstehen unschöne Lücken zwischen den Leisten und Raumwänden.

Mit professioneller Ausrüstung zum Ziel

Mit den richtigen Werkzeugen und Hilfsmitteln geht die Arbeit deutlich leichter von der Hand. Neben einer Schneidelade und Schmiege für den idealen Zuschnitt der Leisten sind qualitative Knieschoner jeden Cent wert.

Die weitgehend in kniender Position durchgeführte Arbeit belastet die Kniegelenke und Kniekappen. Besonders geeignet sind dabei spezielle Gelschoner, die einen hohen Komfort und Schutz bieten und sich flexibel dem eigenen Knie anpassen lassen. Zu den weiteren essenziellen Hilfsmitteln gehören wie folgt:

  • Maßband
  • Außenecken
  • Innenecken
  • Gehrungssäge
  • Fuchsschwanzsäge
  • Cuttermesser
  • Bleistift
  • Schraubenzieher
  • Montagematerial (Nägel, Schrauben, Dübel oder Montagekleber)

Fußleisten montieren: Methoden im Überblick

Wenn Sie Fußleisten montieren möchten, können Sie auf verschiedene Methoden zurückgreifen. Unabhängig von der Art der Montage ist die vorausgehende Arbeit dieselbe. Messen Sie die Leisten aus und zeichnen Sie benötigte Schnitte ein. Vergleichen Sie für mehr Harmonie die Gehrungsrichtung der verschiedenen Leisten. Schneiden Sie die Leisten stets nach Bedarf und nicht auf Vorrat. Der Zuschnitt erfolgt dabei idealerweise mit einer klassischen Fuchsschwanzsäge oder einer Gehrungssäge.

Tipp: Sockelleisten mit Stoßverbindern stets mit Fuchsschwanzsäge zuschneiden.

Ohne Stoßverbinder eignet sich eine Gehrungssäge.

Fußleisten montieren mit Montageclips

Die Montage mit Montageclips ist praktisch und effizient. Selbst nach der Montage lassen sich Fußleisten unkompliziert abnehmen und austauschen. Die Installation der Fußleiste erfolgt mittels Montageclips an einem Tragesystem an der Wand. Die Montage des Tragesystems erfolgt dabei per Akkubohrer mithilfe von Dübeln und Schrauben.

Fußleisten montieren mit Montagekleber

Besonders einfach ist die Installation von Fußleisten mithilfe von Montagekleber. Das Prinzip basiert auf dem Einsatz von Montagekleber mit starker Haftung. Da die Fußleisten hierbei komplett ohne Bohren oder Schrauben an der Wand montiert werden, ist sie für Lauen einfach umsetzbar. Für die Montage selbst sind ein Zollstock sowie eine Säge und Kartuschenpresse vonnöten. Leider ist eine nachträgliche Korrektur einer falsch geklebten Leiste nur noch schwer realisierbar. Auch lassen sich Klebereste nicht komplett restlos von Leisten und Wänden entfernen.

Info: Für Leisten aus Massivholz ist diese Methode nicht geeignet. Naturmaterialien arbeiten, sie dehnen sich aus und ziehen sich je nach Raumklima zusammen. Die Leiste würde sich im Laufe der Zeit selbstständig lösen.

Fußleisten montieren mit Nägeln

Die Nutzung von Nägeln und Hammer ist denkbar einfach. Mittels spezieller Stahlnägel lassen sich Sockelleisten unkompliziert an der Wand befestigen. Leider ist diese Methode nicht mit jeder Wand kompatibel, da sich die Leisten mit der Zeit von selbst lösen können. Auch sind herausstehende Nagelköpfe in den Leisten nach der Montage zu sehen.

Fußleisten montieren mit Schrauben

Als besonders sichere Methode hat sich das Anschrauben an der Wand etabliert. Wie auch beim Klick-System lassen sich beschädigte Leisten problemlos nachträglich austauschen oder entfernen. Besonders aus MDF gefertigte Sockelleisten sind hierfür geeignet. Bevor die Montage an der Wand erfolgt, sind entsprechende Vorbohrungen in den Sockelleisten notwendig.

Wie auch bei der Installation mittels Stahlnägeln sind die Köpfe der Schrauben nach der Montage permanent sichtbar. Je nach Farbe der Sockelleisten ist die Nutzung spezieller Schrauben wie Weißkopfschrauben ratsam.

Fehler beim Verlegen von Sockelleisten

Selbst unscheinbare Arbeiten wie das Montieren von Fußleisten birgt ein immenses Fehlerpotential. Zu den gängigen Fehlern gehören etwa schrumpfende oder ausdehnende Leisten, Schimmelbildung oder eine sichtbare Spaltenbildung. Im Folgenden die wichtigsten Anfängerfehler zusammengefasst:

Fehlende Akklimatisierung

Je nach Material dehnt oder zieht sich die Leiste im Zuge der verändernden klimatischen Bedingungen in den Räumlichkeiten zusammen. Im besten Fall akklimatisieren sich die Leisten über einen Zeitraum von wenigstens drei Tagen.

Bildung von Schimmel

Einige Böden verlangen vor der Verlegung die Installation einer Dampfsperre. In einigen Fällen kann dies zu Staunässe hinter Fußleisten und letztlich zur Schimmelbildung führen. Abhilfe schaffen hier vertikal montierte Entlüftungsschlitze, die an den jeweiligen Rückseiten der Leisten zu installieren sind.

Sichtbare Dehnungsfugen

Ist die Wahl der Dehnungsfuge des verlegten Fußbodens zu groß gewählt, lässt sich dieser kosmetische Fehler mittels einer dicken Fußbodenleiste korrigieren. Allerdings nur zu einem gewissen Grad: Sockelleisten besitzen in der Regel eine maximale Dicke von 2 Zentimetern.

Lösende Sockelleiste

Das Fußleisten Montieren erfordert Geduld und eine maßgetreue Arbeit. Gerade beim Verlegen mittels Nägeln schleicht sich gerne ein bestimmter Anfängerfehler ein. Ein vertikaler Einschlagswinkel sämtlicher Nägel sorgt für einen fehlenden Halt der Sockelleiste.

Sinnvoller ist es, die Nägel in verschiedenen Winkeln in die Wand zu schlagen. So verkeilen sich die Nägel gegenseitig und sorgen für einen besseren Halt.

 

Weiterführende Informationen
https://de.wikipedia.org/wiki/Leiste_(Bauteil)

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