Renovieren oder sanieren – Was ist der Unterschied?

Renovieren, also die Ästhetik des Hauses oder der Wohnung verbessernde Maßnahmen, fallen unter die Sanierung. Von einer Sanierung hingegen spricht man, wenn Mängel beseitigt und Schäden an der Immobilie behoben werden. Auch die Erhöhung der Wohnqualität kann mittels einer Sanierung erreicht werden.

Wann ist eine Sanierung sinnvoll?

Die Sanierung ist sinnvoll, wenn sie der Instandsetzung und dem Werterhalt einer Immobilie dient. Viele Bestandsgebäude sind energetisch und in der sanitären Ausstattung nicht auf dem neusten Stand. In diesem Fall bringt die Sanierung, zu der auch der Austausch veralteter Heizanlagen zählt, einen wirklichen Mehrwert.

Fachwerk sanieren

Fachwerkhäuser sind im Durchschnitt 200 Jahre alt und obwohl sie optisch „gut in Schuss“ sind, sieht es in der Bausubstanz weniger positiv aus. Eine fachmännische Sanierung trägt zum Bauwerkserhalt und schließt aus, dass Feuchtigkeit und Insekten ein statisches Risiko darstellen. Da Fachwerk eine besondere Herausforderung darstellt, sollten Sie die älteren Bauernhäuser nur von einem Spezialisten sanieren lassen.

Fachwerk: Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Eine konkrete Angabe ist nicht möglich. Wie viel Geld Sie beim Fachwerk sanieren an die Hand nehmen müssen, hängt von der Höhe und Anzahl der Schäden ab. Eine Komplettsanierung mit Balkenaustausch und neuer Ausfachung kann bis zu 1.100 Euro pro Quadratmeter kosten und liegt damit nur marginal unter den Neubaukosten. Tipp: Für die Sanierung von Fachwerkbauten gibt es staatliche Zuschüsse, was den Eigenanteil der Kosten deutlich senken kann.

Dach sanieren

Ein undichtes oder anderweitig defektes Dach muss saniert werden. Durchschnittlich hat ein ziegelgedecktes Dach eine Haltbarkeit von 50 bis 60 Jahren. Bei hauptsächlich im Schatten liegenden und Moos ansetzenden Dächern kann die Lebensdauer mit 40 Jahren deutlich darunter liegen. Grundsätzlich ist eine Sanierung nötig, wenn die Dachziegel brüchig werden oder wenn Wasser ins Gebäude eindringt. Zusätzlich sollte bei der Sanierung von Dächern, immer die Dachisolation mitbedacht werden.

Dach: Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Pro Quadratmeter Dachfläche ist bei klassischen Ziegeldächern mit 120 bis 250 Euro zu rechnen. Für eine Reetdach-, Schieferdach- oder Kupferdachsanierung liegen die Kosten deutlich darüber. Für ein 100 m² Dach liegen der Preis inklusive Material- und Handwerkerkosten zwischen 12.000 und 25.000 Euro.

Wände sanieren

Ein schlechter baulicher Zustand, beispielsweise durch Feuchtigkeit und Schimmel, machen eine Wandsanierung nötig. In diesem Fall werden die Schadstellen entfernt und neu aufgemauert. Eine Sanierung der Wände kann bei Mauerrissen, die auf einer Absenkung des Fundaments beruhen, für den Erhalt der Baustatik notwendig werden.

Wände: Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Bei Neubauten liegen die Sanierungskosten für den Quadratmeter bei durchschnittlich 420 Euro. Altbau-Wandsanierungen sind mit 430 Euro pro m² nur unwesentlich teurer. Der tatsächliche Preis richtet sich nach dem Aufwand und nach dem Baumaterial der Wände. So müssen Sie bei Fachwerkhäusern aufgrund der Schwierigkeit mit weitaus höheren Kosten als bei Stein-, Holz- oder Betonbauten rechnen.

Fußböden sanieren

Die Fußbodensanierung umfasst die Entfernung alter Böden und einen vollständigen Neuaufbau. Dem gegenüber handelt es sich bei der Aufbereitung alter Dielen um eine Renovierungsmaßnahme, da der bestehende Boden erhalten bleibt. Nach den heutigen Vorschriften und Ansprüchen an die Wohnqualität geht die Bodensanierung im Regelfall mit einer Isolierung (Wärmedämmung und Trittschallschutz) einher.

Fußboden: Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Hier richten sich die Kosten hauptsächlich nach dem verwendeten Material. Einen Fliesen- oder Holzboden sanieren Sie für durchschnittlich 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter inklusive Handwerkerkosten. Muss der alte Boden wegen gravierenden Beschädigungen und statischen Risiken bis auf den Grundstock abgetragen werden, können die Kosten deutlich darüber liegen.

Renovieren – Was gehört dazu?

Renovierungen sind ästhetische Verschönerungen, die auch als „kosmetische Reparaturen“ bekannt sind. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um die Erneuerung von Wand- und Bodenbelägen, um Ausbesserungsarbeiten an den Wänden und an der Decke, sowie um Lackierungen von Heizkörpern und Heizungsrohren. Wenn vom Renovieren die Rede ist, liegt kein gravierender Mangel vor. Die zu erneuernden Elemente benötigen lediglich eine Schönheitskur, weil sie abgenutzt und abgewohnt sind.

Was sollte renoviert werden?

Ein neuer Fassadenanstrich verleiht der Immobilie eine frische und einladende Ausstrahlung. Neue Wandbeläge in Form von Tapeten, Putzen oder Farben (z.B. von Farrow and Ball) frischen die Räume auf und spielen beim renovieren die hauptsächliche Rolle. Auch ein älterer, zerkratzter oder im Laufe der Zeit verfärbter Bodenbelag kann renoviert werden. Im Endeffekt sollten Sie das renovieren, was die sprichwörtlichen Spuren der Zeit aufweist – auch wenn es nicht defekt ist.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Bei umfassenden Renovierungen, in die Sie das gesamte Haus inklusive der Böden einbeziehen, können sich die Kosten pro m² auf 300 bis 650 Euro belaufen. Wie viel Sie letztendlich ausgeben, hängt neben der Renovierungsfläche in Quadratmetern hauptsächlich von den verwendeten Materialien ab. Ein Massivholzboden ist teurer als Vinyl oder Laminat. Wenn Sie die Wände strukturverputzen, sind die Materialien und die Arbeitskosten teurer als für Tapete oder einen neuen Anstrich. Der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen rät daher, pro Jahr und m² Wohnfläche rund 8 Euro Renovierungsbudget zurückzulegen.

Unser Fazit

Ob Sie renovieren oder sanieren sollten, hängt davon ab, was Sie beheben möchten. Die Renovierung bezieht sich auf alle kosmetischen Maßnahmen, während die Sanierung der Behebung gravierender Mängel dient. Mit welchen Kosten Sie rechnen können, hängt vom Umfang der Arbeiten und von den verwendeten Materialien ab. Während beim Renovieren ein Aufschub möglich ist, muss eine notwendige Sanierung ohne Wartezeit vorgenommen werden.

Wir freuen uns auf Ihre Bewertung zu diesem Artikel. Wie fanden Sie diesen Beitrag?
[Anzahl Bewertungen: 1 Durchschnitt: 5]

4 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Telegram
E-Mail
Drucken

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren...

Haus kaufen

Checkliste: Haus kaufen 2022

Sie wollen ein Haus kaufen und haben schon ein Objekt im Auge. Damit das schöne Stück irgendwann Ihnen gehört, müssen Sie allerdings verschiedene Unterlagen zusammentragen.

Weiterlesen »