Checkliste: Richtig dämmen 2023

Ein Haus richtig zu dämmen ist teuer und Hausbesitzer möchten oft Geld sparen und die Arbeit selber erledigen. Andererseits ist das Thema Dämmstoff auch kompliziert.

Dämmung verändert die Bauphysik des Gebäudes. Heimwerkern fehlt die langjährige Erfahrung spezialisierter Unternehmen, deren tägliches Geschäft die Dämmung ist. Um Fehler zu vermeiden, die später zu Bauschäden und schlechteren Energieeinsparungen führen, ist es notwendig, die geplanten Dämmmaßnahmen gut zu kennen und sich bei der Auswahl an Dämmstoff gut beraten zu lassen. Dies ist deshalb wichtig, weil eine Dämmung auch die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen muss.

Bei der Dämmung von Dachboden und Dach sollten Fehler vermieden werden.

Eine fachmännisch installierte Dämmung sorgt für ein behagliches Wohlgefühl und spart Heizkosten. Und es gibt viele Hindernisse, die Ihre Energieeinsparung sogar zunichtemachen können.

Dach isolieren mit DämmstoffWelche Dämmmethoden gibt es?

Wenn Sie das Dach selbst dämmen möchten, entscheiden Sie sich meist für eine Zwischendämmung oder manchmal auch für eine Untersparrendämmung. Arbeiten Sie immer von innen. Bei einer Untersparrendämmung wird die Dämmung zwischen den Sparren befestigt. Eine Untersparrendämmung kommt eigentlich nur dann zum Einsatz, wenn zwischen den Sparren nicht genügend Platz ist für eine Untersparrendämmung.

Wenn Sie den Raum unter dem Dach maximieren möchten, wählen Sie eine Aufsparrendämmung. Der Nachteil dieser Dämmung ist, dass das Dach abgedeckt und wieder gedeckt werden muss. Die Dämmung wird auf offenen Sparren verlegt, aber nicht dazwischen und nicht darunter, Querlatten darauf legen und neue Dacheindeckung montieren.

Dämmstoff – Die Mineralwolle und / oder die Alternativen

Besonders häufig wird Mineralwolle als Material für die Dachdämmung verwendet. Es ist gut isoliert, flexibel, lässt sich leicht zwischen den Sparren befestigen und ist relativ kostengünstig. Ökologische Alternativen sind zum Beispiel Dämmmatten aus Wolle oder Zellulose, die gestopft oder eingeblasen werden können.

Es gibt viele Isoliermaterialien und oft sind die Unterschiede zwischen ihnen unbedeutend. Es ist nicht immer einfach, verschiedene Optionen zu bewerten und miteinander zu vergleichen. Wichtigster Parameter ist der U-Wert, der diese Dämmeigenschaften des Materials charakterisiert. Es lohnt sich auch, auf die Baustoffklasse zu achten, die das Brandverhalten klassifiziert. Schließlich sind ökologischer Fußabdruck und Preis natürlich keine gesellschaftlichen Werte.

Ist eine Dampfsperre sinnvoll?

Wenn der Hausbesitzer die Arbeiten selbst durchführt, stellt er sich natürlich früher oder später diese Frage, ob es notwendig ist, eine Dampfsperre einzubauen. Die Dampfsperre blockiert Wasserdampf vollständig. Das ist gut so, denn viele Heizungen verlieren bei Nässe ihre Wirkung.

Es kann Schimmelbildung fördern und auch faulen. Ein kleiner Fehler in der Dampfsperre führt jedoch dazu, dass an einer Stelle Feuchtigkeit eindringen, diffundieren und in der Isolierung stecken bleiben kann. Diese Fehler treten besonders häufig bei komplexen Wänden mit vielen Kanten und Ecken, oder vielen Steckdosen auf. Hier muss die Folie gebrochen und versiegelt werden. Daher wird in den allermeisten Fällen nur eine Dampfsperre eingebaut. Es ist nicht sehr luftdicht, aber das bedeutet, dass feuchte Luft zurück in den Raum gelangen kann.

Letztlich lässt sich die Frage der Wärmedämmung jedoch nicht einseitig lösen. Wenn Sie beispielsweise ein schräges Badezimmer haben und keine aufwändigen Wände benötigen, ist eine Dampfsperre besser geeignet. Wer hingegen mit Wolle dämmt und den Dachboden als Hobbyraum nur gelegentlich nutzt, braucht unter Umständen gar keinen Wasserdampfschutz.

Was kostet eine Dachdämmung?

Die Kosten für eine Dachisolierung hängen hauptsächlich von der Art der Isolierung und dann von der Isolierung selbst ab. Bereits ab 30 Euro pro Quadratmeter kann ein Fachbetrieb ein Dach mit Untersparrendämmung dämmen. Bei hochwertigen und umweltfreundlichen Dämmstoff wie Wolle sollten mehr als 50 Euro eingeplant werden. Die Dämmung auf den Sparren ist am teuersten. Unter Berücksichtigung der Kosten für das Dach kostet ein Quadratmeter mehr als 150 Euro.

Wenn die Bedingungen gut sind und das Dach mit einer aufblasbaren Isolierung gedämmt wird, kann es günstiger werden. Wer statt der Dachfläche die Obergeschossdecke dämmt, zahlt pro Quadratmeter etwa 20 Euro.

WDVSEin Wärmedämmverbundsystem mit der Dämmung montieren

Das Haus zu dämmen ist oft kostspielig, aber meistens eine sehr effektive Methode, um langfristig Heizkosten und Energie zu sparen. Das ganze Haus auf einmal zu isolieren, ist nicht notwendig. Ganz im Gegenteil, einige Experten empfehlen eine Dämmung, wenn ohnehin Reparaturmaßnahmen erforderlich sind. Benötigt beispielsweise eine Fassade einen Anstrich, können Sie diese Möglichkeit nutzen und ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) direkt mit installieren.

Wärmedämmmaßnahmen müssen sich immer in das energetische Gesamtkonzept einfügen. Wenn Sie eine Heizung kaufen möchten, die dem Energieverbrauch eines ungedämmten Hauses entspricht, ist sie möglicherweise zu groß. Zumindest für die anschließende Erwärmung.

Wenn Sie außerdem zuerst die Fenster austauschen und einige Jahre später die Fassade dämmen wollen, steigt zwischenzeitlich das Schimmelrisiko. Dies liegt daran, dass sich bei der Verwendung moderner Fenster die kältesten Bereiche vom Fenster in die Ecke des Raums bewegen, wo keine Feuchtigkeit zu spüren ist.

Eine professionelle Thermografie kann Schwachstellen mit einer Wärmebildkamera in bestehenden Dämmungen aufzeigen. Auf dem Bild ist die Fassade in verschiedenen Farbtönen gestrichen, die zeigen, welche Teile der Fassade bereits gut isoliert sind und welche Teile Wärme durchlassen. Wärmebrücken und Kältebrücken werden sichtbar. Arbeiten Sie mit Energieberatern zusammen, um eine schrittweise energetische Sanierung zu planen.

Unter, auf, oder zwischen den Sparren dämmen?

Die Kosten für eine nachträgliche Dachdämmung hängen vom Dachaufbau ab. So hat beispielsweise eine Dämmung über den Sparren den Vorteil, mehr Innenraumvolumen zu ermöglichen. Die Installation ist jedoch sehr zeitaufwändig, da die Dacheindeckung entfernt werden muss. Im Neubau ist eine Dämmung über den Sparren eine gute Lösung. Eine Dachdämmung kann auch mit einer Dämmung unter, auf, oder zwischen den Sparren ausgeführt werden.

Keller oder Geschossdecke dämmen

Alternativ zum Dach können Hausbesitzer auch den Dachboden dämmen, zumindest wenn er nicht als Wohnraum genutzt wird. Gleiches gilt für die Decke im Keller. Handelt es sich hierbei jedoch um einen Wohnraum, dann muss eventuell der Keller des Hauses von außen gedämmt nachträglich werden.

Das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet zu Dämmmaßnahmen

Einige dieser Dämmmaßnahmen sind teilweise gesetzlich für Neu- und Altbauten vorgeschrieben. Das ist das Ziel des Energie-Gebäude-Gesetzes (GEG). Beim Kauf eines Hauses kann eine Isolierung erforderlich sein. Ausgenommen sind nur Personen, die seit Februar 2002 ein Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus besitzen und bewohnen. Hausbesitzer müssen keine Maßnahmen zur Isolierung ergreifen, auch wenn diese möglicherweise nicht kosteneffektiv sind.

In den meisten Fällen sollten Isolationsmaßnahmen erst ergriffen werden, wenn mindestens 10% der Komponenten repariert wurden. Wenn der Hausbesitzer eines Altbaus den Putz erneuern möchte, sollte er die Fassade dämmen.

Es gibt vielfältige Dämmstoffe

Aber es ist nicht nur interessant, was isoliert werden muss. In dieser Zeit hat sich eine Vielzahl an Dämmstoffen auf dem Markt etabliert. Neben Isolierungen auf Basis fossiler Brennstoffe wie Polyurethan und Wärmedämmungen auf Mineralbasis wie Mineralwolle bieten wir eine breite Palette an umweltfreundlichen Wärmedämmungen wie Holzfasern an. Gute Isolatoren sind zum Beispiel auch Wolle, Hanf oder Stroh.

Polystyrol-Hartschaum

EPS, besser bekannt als Styropor, wird am häufigsten als Fassadendämmstoff verwendet. Es ist kostengünstig, einfach zu verarbeiten und hat hervorragende Wärmedämmeigenschaften.

Styrolpellets werden zu kleinen Polystyrolkügelchen geschäumt, die mit Heißdampf zu großen Blöcken verschweißt werden. Dann werden separate Dämmplatten aus dem Block geschnitten. Für die Beliebtheit dieser Isolierung ist ein weiterer Grund, dass EPS-Dämmplatten praktisch unverwüstlich sind.

Mineralwolle

Für die Fassadendämmung ist das zweithäufigste Material Mineralwolle. Es ist auch beim Heizen von Häusern wirksam. Durch die Zugabe von Kunstharzen und imprägnierenden Ölen werden Glaswollefasern oder Steinwollefasern zu Platten bei hoher Temperatur verschmolzen.

Aufgrund ihrer hohen Feuerbeständigkeit wird Mineralwolle als Brandschutz für EPS-basierte WDVS eingesetzt, insbesondere bei hohen Anforderungen an den Brandschutz.

Ökologische Dämmstoffe

Einige Bauherren und Sanierer interessieren sich auch für Dämmstoff aus Rohstoffen wie Hanf, Kork und Holzfasern.

Hinsichtlich Preis und Dämmleistung sind diese Dämmungen konventionellen Dämmungen unterlegen, sodass ggf. eine dickere Dämmschicht erforderlich ist, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Mit der richtigen Planung sind diese umweltfreundlichen Dämmstoffe jedoch oft eine gute Alternative.

Wir freuen uns auf Ihre Bewertung zu diesem Artikel. Wie fanden Sie diesen Beitrag?
[Anzahl Bewertungen: 1 Durchschnitt: 5]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Telegram
E-Mail
Drucken

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren...