Checkliste: Estrich legen 2023

Vor dem Estrich legen, den Untergrund gründlich reinigen und mit einer Polyethylenfolie oder Baufolie abdecken. Anschließend den Estrich anmischen und möglichst gleichmäßig auf den Boden auftragen. Ziehen Sie dann den Estrich ab und ebnen Sie die Oberfläche. Schließlich muss der Boden vor dem Betreten gründlich getrocknet werden.

Für die Herstellung von Estrichen können verschiedene Bindemittel verwendet werden. Daher gibt es verschiedene Arten von Estrichen.

Was ist Estrich?

Unter Estrich versteht man eine Estrichschicht, die mehrere Zentimeter dick auf einen tragfähigen Boden aufgebracht wird. Estriche bestehen in der Regel aus Gussasphalt, Zementmörtel, Magnesit, Anhydrit oder Kunstharz. In der Regel dient der Estrich als Untergrund für Bodenbeläge (wie Laminat oder Parkett), sowie von Fliesen.

Der Estrich kann auch direkt im Außenbereich (Freiflächen, Terrassen, Balkone etc.) oder im Gewerbebereich eingesetzt werden. Das heißt, es kann die letzte Schicht der Bodenstruktur darstellen. In diesem Fall sprechen wir von Nutzestrich bzw. Schichtestrich. Solche Estriche erfordern jedoch eine Veredelung durch ölen, wachsen, polieren usw.

Welchen Estrich legen und welche Art ist der richtige für mein Projekt?
Es gibt Viele verschiedene Arten von Estrichen, die als Bodenbelag verwendet werden können.

 

Nachfolgend zeigen wir Ihnen wie Estrich verlegt wird und worauf man achten muss und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

 

Welche Arten von Estrich gibt es?

Zementestrich

Diese Art von Estrich lege wird am häufigsten verwendet. Zementestriche sind preiswert und für viele Anwendungen, auch im Außenbereich geeignet. Zementestrich besteht aus Zementmörtel und ist in der Regel nach 24 Stunden begehbar.

Schnellestrich

Für Heimwerker ist oft ein Schnell-Estrich vorzuziehen, da der Zement lange zum Trocknen braucht. Der Schnellestrich ist bereits nach einigen Stunden begehbar.

Hartstoffestrich

Diese Art von Estrich legen besteht aus einem Zementestrich mit Stein-, Metall- oder Karbidzusätzen. Hartstoffestrich wird hauptsächlich für Industrieböden verwendet.

Gussasphaltestrich

Gussasphaltestrich sind elastische Estriche, die begehbar sind und hauptsächlich in Technikräumen eingesetzt werden. Aus Bitumen und Zusatzstoffen wie Split, Steinmehl, Sand und eventuell auch Kies, besteht dieser Estrich. Der Gussasphaltestrich wird in vier Härtegrade eingeteilt. Der Estrich ist in nur 2-3 Stunden belastbar, nach dem Abkühlen kann man ihn mit Laminat oder Parkett belegen.

Kunstharzestrich

Diese Art Estrich zu legen eignet sich für Industrieböden, die häufig in Produktionsbetrieben, Labors, Schlachthöfen usw. verwendet werden. Kunstharzestrich besteht aus einigen Farbpigmenten, Quarzzusätzen und Kunstharz als Bindemittel. Die entstandene Fläche ist nach 7 Tagen voll belastbar.

Kalziumsulfatestrich

Kalziumsulfatestriche werden aus synthetischem oder natürlichem Anhydrit hergestellt und lassen sich großflächig fugenlos verlegen und auch als Fließestrich verwenden. Der Estrich muss nach dem Anmischen sofort verarbeitet werden und ist in der Regel nach 5 Tagen voll belastbar. Kalziumsulfatestrich ist feuchtigkeitsempfindlich und sollte nicht im Freien verwendet werden.

Lehmestrich

Lehmestriche sind einer der ältesten Estricharten, die unbeschichtet verwendet werden. Sie sind hauptsächlich in der Landwirtschaft zu finden, wie Weinkeller, Ställe und Scheunen, aber auch in Lebensmittellagern, Kellern und Dachböden. Der Estrich besteht aus organischen Zusatzstoffen, Wasser und Lehm.

Terrazzoestrich

Terrazzoestrich besteht aus Weißzement, reiner Farbe, polierten und geschliffenen Steinpartikeln, wetterfester, feiner und lichtechter Oxidfarbe. Nach dem Aushärten wird die fugenlose Terrazzo-Oberfläche geschliffen, mit Seifenlauge gewaschen und nach vollständiger Trocknung mit Leinöl überzogen.

Steinholzestrich

Zusätze wie Sägespäne verleihen dem Steinholzestriche neue Eigenschaften wie eine gute Wärmeleitfähigkeit. Stärke und Trockenzeit können auch durch das Mischungsverhältnis beeinflusst werden. Trotz seiner vielen Vorteile, werden Steinholzestriche im allgemeinen immer seltener verwendet.

Trockenestriche

Der Vorteil eines Trockenestrichs ist, dass er keine Trocknungszeit benötigt. Es kann nach der Verlegung sofort verwendet und der Bodenbelag direkt darauf verlegt werden. Geeignete Materialien umfassen Holzfaserverbundplatten, Gipsplatten, Trockenbauwände, Spanplatten, Isolierverbundplatten und Gipsplatten.

Dies ist ein fertiger Trockenzugboden in Form von Platten. Trockenestriche werden in der Regel schwimmend verlegt. Ein unebener Boden erfordert eine Ausgleichsschicht für eine optimale Platzierung der Platten. Es gibt viele verschiedene Arten von Trockenestrichen.

Magnesiaestrich

Magnesiaestrich besteht aus einer Mischung von Magnesiumchloridlösungen und Magnesiumoxidenlösungen und weiteren Zuschlagstoffen. Reagiert schnell und muss sofort behandelt werden. Der Magnesiaestrich eignet sich für großflächige, belastbare Verbundestriche und fugenlose Verbundestriche, die nach 2 Tagen begehbar und nach 5 Tagen belastbar sind.

Heizestrich

Wenn Sie eine Fußbodenheizung unter dem Estrich legen möchten, wählen Sie einen speziellen Heizestrich. Beispielsweise wird ein beheizter Heizestrich oft mit einem 4,5 cm dicken Fließestrich belegt. Dem Estrich werden Zusatzstoffe zugesetzt, damit eine Fußbodenheizung darunter gelegt werden kann.

 

Video: Estrich legen

 

Konstruktionsarten beim Estrich legen

Der Klebeestrich wird direkt auf den Deckenrahmen aufgebracht und geht mit diesem einen nicht aggressiven Verbund ein. Bei der Verlegung ist zu achten und zu bedenken, dass Estrich vollflächig abdeckt und keine Hohlräume enthält. Estriche werden in der Regel im Kellern oder wenig genutzten angrenzenden Bereichen verlegt und kommen ohne weitere Beläge zum Einsatz.

Bei Estrichen auf Trennschicht, auch schwimmende Estriche genannt, werden vor der Estrichverlegung Trittschalldämmplatten an Betondecke und Randdämmstreifen des Rohbaus verlegt. Sie verhindern, dass der Estrich direkt mit der Betondecke verbunden wird. Die Dämmung verhindert eine Schallübertragung und fördert gleichzeitig die Dämmung.

Eine Sonderform vom schwimmenden Estrichs ist der Heizestrich. Hier wird auch vor Einbau dieses Estrichs eine Trennlage aus Dämmplatte und Folie verlegt, die Wärmeübertragung und Schallübertragung sperrt. Zusätzlich werden Fußbodenheizungsrohre oder Heizelemente komplett geschlossen verlegt und mit Estrich abgedeckt.

Häufige Fragen zum Thema Estrich legen

Wie funktioniert Estrichbeschleuniger?
Bei Estrichbeschleuniger handelt es sich um beigemischte Zusatzstoffe, die für eine rasche Belegreife sorgen schon nach wenigen Stunden sorgen. Die Funktion basiert auf der Bindung von überschüssigem Wasser in kristalliner Form. Durch den Einsatz von Estrichbeschleunigern ist die Belegreife zeitlich planbar.
Wie kann man Estrich mischen?
Estrich kann man problemlos selbst mischen. Hierzu werden, neben einem Eimer, Wasser und einem Spatel, Zement und Sand benötigt. Das Verhältnis ist abhängig vom gewünschten Flüssigkeitsgehalt. Mithilfe eines Quirls lassen sich die Baustoffe zu einer homogenen Einheit vermischen.
Wie viel Glasfaser in Estrich?
Glasfaser dient der Verstärkung des Estrichs und anderen organischen Verbundwerkstoffen. Das Material erhöht die Zugfestigkeit und sorgt für ein verringertes Schwindverhalten. Der Verbrauch liegt bei 750 bis 1.000 Gramm auf den Kubikmeter Estrich. Ein handelsüblicher Beutel reicht für etwa 120 Kilogramm Estrich.
Was ist Schnellestrich?
Bei Schnellestrich handelt es sich um eine Fertigmischung aus dem Baumarkt. Er härtet in rasantem Tempo aus und eignet sich für den Estricheinbau. Alternativ dient der Schnellestrich darüber hinaus für Reparaturen. Im Vergleich zu normalem Estrich bindet Schnellestrich sehr rasch ab. Die Aushärtung findet bereits innerhalb weniger Minuten statt. Er lohnt sich vor allem für dringend notwendige Reparaturen oder Zeitmangel. Die rasche Aushärtung wird durch die Beimengung von Estrichbeschleuniger erzielt. Der Marktpreis beläuft sich im Einzelhandel auf das Vielfache von herkömmlichem Estrich.
Warum Styropor unter Estrich?
Styropor eignet sich hervorragend als Dämmschicht unter Estrich. Als nackte Schicht unter dem Boden ausgelegt sorgt Styropor für eine ausgezeichnete Wärmedämmung. Vor allem zwischen Kellergewölben und Erdgeschossen kann sich die Verlegung der Dämmschicht lohnen.
Was kommt zwischen Beton und Estrich?
Im Falle eines Rohbaus bestehen sowohl Wände als auch Böden aus reinem Beton. Hier ist keinerlei Trittschalldämmung oder Wärmeisolierung gegeben. Abhilfe schafft Estrich, der als reines Verbundmaterial direkt auf der Betonplatte aufliegen kann, und so Unebenheiten nivelliert. Ist eine Dämmung notwendig, etwa in bewohnten Gebäuden, ist eine Feuchtigkeitssperre sowie eine Wärmedämmung zwischen dem Beton und Estrich zu errichten. Im Gegensatz zum Verbundestrich befindet sich beim gleitenden Estrich eine Trennschicht zwischen Estrich und Bodenplatte. Sie gleicht Temperaturschwankungen und Ausdehnungen der beiden Werkstoffe aus. Sie kommt etwa in Außenbereichen wie Balkonen zum Einsatz.
Warum Dampfsperre unter Estrich?
Eine Dampfbremse ist notwendig, damit der auf dem Estrich verlegte Untergrund keinen Schaden durch ausdampfende Feuchtigkeit nimmt. Durch einen hohen Feuchtigkeitsgehalt in den Bodenzwischenräumen erhöht sich das Schimmelrisiko. Des Weiteren begünstigt eine fehlende Dampfsperre die Wellenbildung bei Parkett und Laminat.
Wann Dampfsperre unter Estrich?
Eine Dampfsperre soll die Diffusion von Feuchtigkeit aus dem Estrich verhindern. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn der Boden einen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweist oder eine Feuchtigkeitsausdünstung zu erwarten ist. Das ist beispielsweise in Kellerräumen oder Garagen mit Bodenkontakt zum Erdreich der Fall.
Warum Folie unter Estrich?
Eine Folie unter Estrich dient als Dampfsperre und schützt den Bodenbelag vor Wasserschäden. Zum Einsatz kommt hier Folie aus Kunststoff oder Folie mit spezieller Metallbeschichtung.
Wie viel cm Dämmung unter Estrich?
Je besser die Dämmung, desto niedriger der Energieverbrauch. Grundsätzlich sollte die Dämmung unter dem Estrich nicht zu minimalistisch ausfallen und wenigstens zehn Zentimeter betragen. Die Dämmplatten können in mehreren Schichten verlegt werden. In jedem Fall reichen zehn Zentimeter aus, um den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetztes Genüge zu tun.
Welche Abdichtung unter Estrich?
Abdichtungen haben den Zweck, aufsteigende Feuchtigkeit zu vermeiden und die Bausubstanz abzudichten. Zur Abdichtung kommen etwa die Baustoffe PVC-Kunststoffdichtung, Elastomer-Bitumen oder PE-Folien mit Beschichtung zum Einsatz.
Was kommt zwischen Estrich und Vinylboden?
Vinylboden eignet sich als Bodenbelag auf Estrich. Eine Dampfsperre ist in jedem Fall ratsam für ein haltbares Ergebnis. Damit ein Vinylboden ordentlich auf dem Estrich haftet, ist ein niedriger Feuchtigkeitsgehalt und somit eine Schicht als Dampfsperre zwischen Estrich und Vinylboden notwendig.
Warum Dampfsperre unter Vinylboden?
Im Falle von Vinylboden auf Estrich ist zwingend mit einer Dampfsperre zu arbeiten. Vinyl ist anfällig für aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden und quillt binnen weniger Wochen auf. Eine Dampfsperre schützt vor einer Schimmelbildung und einer resultierenden Gesundheitsgefahr. Eine Folie ist dann notwendig, wenn der Untergrund mineralischer Natur ist. Zu diesen Untergründen gehören etwa Beton, aber auch Asphalt und Estrich.
Kann man Vinyl direkt auf Estrich verlegen?
Insbesondere Klick-Vinyl lässt sich einfach auf trockenen und ebenen Untergründen verlegen. Estrich weist in der Regel sichtbare Unebenheiten auf und ist für die Verlegung nicht gut geeignet. Bevor Vinyl auf Estrich verlegt werden kann, muss der Estrich komplett austrocknen. Die Restfeuchtigkeit muss unter 2,0 cm% liegen.

 

Welche Verlegungsart gibt es beim Estrich legen?

Der Estrich kann auf unterschiedliche Weise gelegt werden. Die Art der Installation hängt auch von der jeweiligen Art des Estrichs ab. Dies ist eine Methode zum Estrich legen von vorgefertigten Estrichelementen, normalerweise ein schwimmendes, trockenes Estrichelement mit einer Levelverbindung auf der Oberfläche.

Die Nivellierungsschicht besteht aus Mineralkörnern, die die Unregelmäßigkeiten unter der Oberfläche ausgleichen. Durch die Ausstattung des Estrichs mit schwimmenden Geräten werden Sie die besten Ergebnisse in Bezug auf Wärmeisolierung und Trittschalldämmung erhalten. Der Estrich wird auf eine Isolierschicht gelegt und mit einer Kantenisolierung von der Wand isoliert.

Bei Fließestrichen oder Nassestrichen hingegen wird direkt die angemischte Masse als Klebeestrich auf den Untergrund gegossen. Diese Art der Verlegung benötigt, wie ein Zementestrich, keine Wärme- und Schalldämmung. Es wird empfohlen, einen Estrich über eine Trennschicht, zum Beispiel Polyethylenfolie, zu legen. Die Folie, die auch im nächsten Schritt verwendet wird, verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in nachfolgende Oberflächen.

Für welche Art und Weise von Estrich Sie sich auch entscheiden, die Verlegung sollte so sorgfältig wie möglich erfolgen, damit es von Anfang an keine Unebenheiten gibt. Ein sauber und gleichmäßig verlegter Estrich ist die Basis für alle Bodenbeläge wie Laminat, Parkett und Fliesen.

 

Wie sehen die Kosten beim Estrich legen aus?

Kosten für den Estrich hängen von einigen Faktoren ab und sind sehr unterschiedlich. Die Preise für die Estrichverlegung richtet sich nach der gewünschten Estrichart und der Raumgröße. Trockenestriche haben die höchsten Kosten, aber kaum Trocknungszeit.

Die Art vom Verlegen des Estrichs ist auch wichtig für die Kosten.

Daher muss pro Quadratmeter Fläche pro Zentimeter Estrichdicke gerechnet werden.

  • für Zementestrich bis 2,50 Euro
  • für Calciumsulfatestrich bis 3,50 Euro
  • für Gussasphaltestrich bis 2,50 Euro

 

Damit wird die oft gelesene Behauptung in Frage gestellt, Zementestriche seien besonders günstig. Es wird oft mit einer Dicke von 4 Zentimetern verlegt, und das Material kostet 10 Euro. Bei Gussasphaltestrichen reichen oft 2 cm, das entspricht Kosten von 5 Euro pro Quadratmeter.

Aber wir müssen es mit anderen Faktoren in Verbindung bringen. Zementestrich härtet oft in einer Woche pro cm aus, während andere Optionen schneller passen. Der Einbau eines Gussasphalt-Estrichs erfordert jedoch spezielles Equipment, da sich das Material auf bis zu 250 Grad erhitzt.

 

Mehr Informationsquellen

Weiterführende Informationen, DIN-Normen [Forum Verlag]

 

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